WIR sind

verliebte Träumer, realistische Visionisten, moderne Hippies, hoffnungslose Romantiker, geizige Zeitbewahrer, leidenschaftliche Quer- und Selbstdenker, sowie unermüdliche Sammler von Momenten.

 

Hier ein paar Einblicke von unserem WIR

 

 

 

Projekt Hedonia

Projekt HEDONIA ist die Idee von einer anderen Gesellschaftsform und einem anderen politischen Denken und Handeln. Es gibt nur weit umschriebene Regeln, deren Vorhandensein und Einhaltung keiner komplizierten Statuten bedarf. Diese Regeln beziehen sich auf banale Aspekte menschlichen Zusammenlebens: Freiheit, Toleranz, Gewaltlosigkeit, Gleichheit und Abwesenheit von Obrigkeit und Hierarchie.

 

Projekt HEDONIA ist nicht neu; es basiert auf den historisch gewachsenen Erfahrungen einer libertären Gesellschaft und des Konvivialismus, nutzt dabei allerdings die Möglichkeiten und Erfahrungen der Jetztzeit und versucht aus den negativen Verläufen der Vergangenheit zu lernen. Projekt HEDONIA hat nicht den Anspruch, der Wahrheit letzter Schluss zu sein, es ist eher der ernsthafte Versuch, sich frei von Institutionen, ideologischen Überbauten oder hierarchischen Strukturen zu machen. Den Eintritt nach HEDONIA erwirbt man auch nicht per Mitgliedschaft, sondern per Überzeugung, Wille zur Veränderung und im klassischen Sinn humanistischer Denkweise. Natürlich existieren bereits ähnliche Strömungen und sogar Lebensweisen. Die Enttäuschung über die schleichende Wandlung von einem demokratischen Urgedanken in eine parteipolitische Oligarchie, sowie die Sehnsucht vieler Menschen nach Selbstbestimmung und Eigenverantwortlichkeit hat gerade in letzter Zeit viele dazu veranlasst, sich von bisherigen autoritären Strukturen zu lösen und sich als vom Staat losgelöstes Individuum zu sehen.

 

Projekt HEDONIA möchte ein Bindeglied sein, um eine Verknüpfung ähnlich denkender Menschen voranzutreiben. Es ist nicht davon auszugehen, dass sich dieses Konzept vollends durchsetzen lässt; dazu ist der überwiegende! Teil der Menschen – noch – nicht in der Lage: Die Angst vor der Freiheit und das heißt auch die Angst vor eigenständigem Denken ist zu ausgeprägt. Diese Angst ist von der bisherigen politischen Struktur gewünscht und wird entsprechend gepflegt. Daher sind Zirkel und Gruppen gefragt, dieses Prinzip in einer bürgernahen und somit zugänglichen Art zu leben bzw. vorzuleben. Man kann es somit als eine außerparlamentarische Parallelgesellschaft bezeichnen.

 

 Projekt HEDONIA zeichnet sich durch folgende Gedanken aus:

  • es besitzt keinen Allgemeingültigkeitsanspruch, sondern setzt auf Kooperation mit ähnlich denkenden\fühlenden Strömungen
  • es ist nicht ideologisch oder philosophisch verkopft. Es existiert kein Dogma, sondern verschiedene Richtungen, die dieses libertäre Prinzip unterstützen, existieren nebeneinander.
  • Es besitzt eine möglichst hohe Verständlichkeit und Alltagstauglichkeit; es handelt sich um einfache und eingängige Überlegungen.
  • der Mensch wird als Individuum verstanden, das selbständig denken kann und somit keinerlei Führung bedarf. Dies erfordert einen bestimmten Grad an Reife und Reflexionsvermögen.
  • es besteht absolute Gleichberechtigung, d.h. es gibt keine Unterscheidungen nach Geschlecht, Hautfarbe, sexueller Ausrichtung, Schulbildung, Einkommen etc.
  • Grenzen werden aufgebrochen: Ein Mensch, der sich HEDONIA zugehörig fühlt,  versteht sich als Weltenbürger.
  • Parteien sind überflüssig. Räte und Arbeitsgruppen beschäftigen sich mit der Sache, nicht mit sich selbst. Es geht um das Erreichen von optimalen Lösungen, daher sollten sich diese Gruppierungen aus Personen zusammensetzen, die mit der zu bearbeitenden Aufgabe vertraut sind. Geht es z.B. um schulische Themen, sollten Lehrer, Schüler, Eltern, Pädagogen, Schulmediziner und Psychologen einem solchen Rat angehören.
  • Eine Religionszugehörigkeit ist als spirituelle Praxis zu begrüßen, als Dogma oder Machtapparat abzulehnen.
  • Projekt HEDONIA ist gewaltfrei. Erwünscht ist dagegen gewaltloser Widerstand, Provokation und Protest.

Es gibt z.Z viele Bestrebungen, die diesen oder einen ähnlichen libertären Gedanken verfolgen. Das Prinzip wird sowohl in Kleinstgruppen (z.T. ohne sich dessen bewusst zu sein), als auch in eigens dazu gegründeten Organisationen oder losen Zirkeln gelebt.

 

Ziel der kleinen und großen Aktionen ist eine humanere Welt, unabhängig von jeglichen reglementierenden Strukturen. Diskussionen stellen eine Grundlage da, die sich aber möglichst bald in konkretes Handeln umkehren sollten. Solche Handlungen können z.B. sein

  • Eine bewusste Lebensführung; hier gibt es keine Vorgaben, sondern ein solches allgemeines Verhalten sollte sich an einfachsten ethischen Grundlagen ausrichten = gewaltfrei, hierarchiefrei, umweltbewusst
  • Kunst- und Kulturaktionen, vor allem an ungewöhnlichen Orten, um Kultur aus einem elitärem Überbau zu befreien
  • Happenings mit z.B. gesellschaftskritischem Inhalt
  • Bildung von hierarchiefreien Zirkeln, sowie Gründung von selbstbestimmten Produktionsstätten, Büros etc.
  • Veröffentlichungen in der Presse, sowie eigene Publikationen
  • Einmischen in öffentliche Belange z.B. Teilnahme an Ratssitzungen. Einmischen darf auch Stören bedeuten!
  • Aufdecken von Missständen in Politik, Wirtschaft und anderen öffentlichen Bereichen durch gezielte Aktionen
  • Offenlegen von komplizierten und verdeckten politischen Prozessen
  • Ausstellungen zum Thema libertäre Gesellschaft
  • Errichtung von Visionotheken = realer Raum, in dem Ideen/Visionen gesammelt und für jeden zugänglich einsehbar sind
  • Vernetzung über Internetforen/Nutzen der sozialen Netzwerke

Die Idee einer außerparlamentarischen Parallelgesellschaft sollte bedeuten, sich als einzelner von dem bestehenden politische System eines Tages freimachen zu können. Man kann die existierende Bürokratie nutzen, sollte sich aber selbst nicht ausnutzen lassen.  Je mehr Menschen Widerstand zeigen und nicht mehr bereit sind, die gängige, z.T. von jeglicher Menschenbezogenheit befreite Politik mitzutragen, desto eher wird diese Stimmung gehört. Politik ist Freiheit, nicht Einengung.

 

Projekt Hedonia ist nur ein Arbeitsbegriff. Das Kunstwort „Hedonia“ spielt durchaus auf hedonistische Gedanken eines lustvollen, gelebten und lebendigen Lebens an (z.B. nach Epikur). Es geht dabei selbstverständlich nicht um eine Bereicherung des einzelnen auf Kosten anderer, sondern im Vordergrund steht immer das Wohl ALLER!

 

Wir sind realistisch genug, diese Gedanken als reine Vision zu betrachten.

 

Wir - als kleine Liebesgemeinschaft - gehen schon mal voran.

 

 

Vom Sosein & Anderssein

 

Was für eine Dramaturgie des Lebens: da finden sich zwei Menschen – Mann und Frau – und entdecken mehr und mehr, dass sie für einander bestimmt sind, dass die Welt für ihre Liebe langsam zu klein wird und dass dass das Wort Liebe nicht allein das zum Ausdruck bringt, was die beiden fühlen. Gut, werden die Lebenspragmatiker sagen, typischer Romantiksingsang von  Frischverliebten. Das gibt sich. Diese Frau und dieser Mann, das sind natürlich wir und: es gibt oder gab  sich glücklicherweise nicht. Das Verliebtsein und Für-einander-Bestimmtsein hat an Intensität und Leidenschaft keinen Deut nachgelassen, auch nicht nach über 10 Jahren. Das ist schon mal die erste Ungewöhnlichkeit unserer Vitae. Viele Paare, die ich erlebe, wirken eher wie Solidaritätsgemeinschaften oder GmbH’s. Unser Wir wurde mit den Jahren zu einem Mehr als nur Du und Ich. Manchmal haben wir das Gefühl, es ist für viele nicht nachvollziehbar, vielleicht sogar unerträglich, dass wir unsere Zweisamkeit so in den Mittelpunkt stellen. Sogar auf unserem Auto steht es Schwarz auf Rot: FARASAN – Liebe, Lust und Leidenschaft. Sind wir Exzentriker, Romantiker oder schlichtweg Verrückte?

 

Doch das Drehbuch zu unserem Liebeslebenfilm hat noch eine zweite storyline parat. Wir saßen in dem traumhaften Cafe Carpe Diem auf der kroatischen Insel Hvar: unser zweiter gemeinsamer Urlaub. Es war ein knisternder Moment bei Rotwein und lasziver Sommeratmosphäre, als wir den Grundriss einer Vision entwarfen. Wie wäre es möglich, unsere Lebensgrundpfeiler Liebe, Lust und Leidenschaft auf das komplette und somit auch gesellschaftliche Leben, sowie politische Prozesse zu übertragen. So entstand der Begriff des hedonischen Lebens, dem natürlich der Hedonismus im Sinne eines Epikurs zu Grunde liegt oder besser gesagt: mithineingedacht wurde. Doch wie sieht tatsächlich eine Gesellschaftsform aus, die auf menschlichsten Bedürfnissen und Gefühlen basieren soll? Ein solches Zusammenleben ist auf jeden Fall individualanarchistisch, antikapitalistisch, sozial, empathisch, visionär und kreativ. Punktum: es wird sich in Deutschland und sonst wo kaum durchsetzen lassen. Und weil das die Leute spüren, belächeln sie uns, gehen auf Abstand und titulieren uns eben als Spinner. Eine solche Kategorisierung ist einfacher, als sich Gedanken über gesellschaftliche Veränderungen zu machen oder gar Veränderungen in Erwägung zu ziehen. Anderssein ist verdächtig, unerwünscht und anstrengend. Sosein ist unkompliziert, man muss sich nicht ständig erklären und irgendwer anders wird das Elend der Welt schon richten. Wer’s glaubt, möge selig werden. Allerdings meinen wir, dass man auch Verantwortung für das trägt, was man nicht tut und so pflegen wir lieber unser Image als Querdenker, ecken an, wo andere bemüht sind, abzurunden und schwimmen gegen den Strom, wo Verbotsschilder davor warnen.

 

Ein Leben als Wildpferde, die nicht domestiziert werden wollen.

 

 

 

 

Die sinnliche Lust

 

Es ist ein merkwürdiger Begriff, die Lust! Ein zauseliges Konstrukt, einerseits verpönt, andererseits bereichern sich skrupellos zahlreiche Industriezweige an ihr. Die Lust, käufliche Dirne der menschlichen Leidenschaft. Lust is just a four letter word, doch es ist ein Wort, dass viele Bedeutungen hat. Wie schon oft von mir bemäkelt, gibt sich das prüde Deutsch eher einfallslos bei einer Differenzierung der Lustbarkeiten, existieren doch flüchtige, lodernde, brennende, flackernde, prasselnde und gar vernichtende Lüste. Wir missbrauchen die Lust, wenn wir davon sprechen, Lust auf Bratwurst zu haben, oder uns die Werbung „Lust auf mehr“ suggeriert. Wir missbrauchen diesen Begriff aber auch, wenn er nur noch auf Einblicke in Gebährmuttertiefe minimiert wird. Und ein letztes Aufbäumen in der Solokabine des Sexshops deiner Wahl und die Lust verspritzt all ihr Potential ins beiliegende Kosmetiktuch. Doch was hier einsam betrieben wurde, ist nicht Lust, sondern Begierde, wenn nicht gar Drangsal! Die Lust steht zwar der Begierde nicht viel nach, doch ehe man sich versieht, mutiert sie zur Not. Und verliert dabei ihr wunderschönes Gesicht. 

 

Doch verlassen wir die unlustvolle Grauzone und wenden uns der sinnlichen Lust zu. Die Lust ist eine wunderbare Lebenskunst. Sie zu beherrschen, anstatt von ihr beherrscht zu werden, beflügelt das Leben und verbindet man sie gar noch mit Liebe, wird sie zum Lebenselexier. Gut gebrüllt, Lustmensch, doch wie lebt man sinnliche Lust, wenn doch an jeder Ecke graue Lustverderber darauf warten, den Genuss gehörig zu versalzen? So die Kirchenfürsten und –vasallen, verhärmt vor Entsagung, die von Teufelswerk sabbeln und den Menschen vorgaukeln, Lust sei viehisch und des Menschen nicht würdig. Doch kann es nicht sein, dass man was gottgegeben ist, gleichzeitig verbietet! Oder die von Liebe und Leben enttäuschten, die ihren Frust auf die Lustvollen projizieren und deren Lust als flüchtiges Etwas madig machen wollen. Oder die Pflichtbewussten und Lebensernsten, die nicht müde werden, die Spaßgesellschaft anzuprangern und Lust als egoistische Lebenseinstellung kasteien. Eine düstere Meute, für die Lust eine krankhafte Seuche ist, die aber häufig selbst aufs grausamste von ihr gequält werden. Die Krankheit des Lustmolchs, der sich im Versteckten seiner Gier entledigt, aber in seiner frömmlerischen CDU-Vereinigung heftigst gegen die Eröffnung des Bordells im Gewerbegebiet plädiert. Dass er später dort Stammgast wird, steht auf einem anderen Blatt! 

 

Die allein gelebte Lust ist oft die Türöffnerin für triebgestaute Abhängigkeit: die Lust wird zur Knechtschaft. Doch lebt man sie in offener und ehrlicher Partnerschaft oder noch besser: in Liebe, und wiedersetzt man sich obendrein dem Geschwafel der oftmals deprivierten Lustverächter, so ist es, als würde dein Leben tagtäglich in rotes Geschenkpapier verpackt. Es gibt viele Wege, die Lustkultur zu pflegen. Man muss es hier nicht im Detail und nach Spielarten katalogisieren. Im Grunde weiß jeder, was dem lustvollen Spüren Nahrung gibt. Alles ist erlaubt, solange es beiden gefällt. Und das bedeutet: über die Lust zu reden und seine Wünsche zu offenbaren, anstatt sie schmachtend bei Lust.de zu kompensieren. Lust ist nicht die Vollendung durch Sex, Lust ist die genussvolle Hinführung. Dafür muss man sich nicht kamasutrisch verbiegen, sondern die Kunst liegt in der liebevollen, kreativen und leidenschaftlichen Gestaltung. Mal ist es – um es einmal mit den Worten der Kunst auszudrücken – ein klassisches Gemälde mit klaren Formen, mal Surrealismus oder experimenteller Dadaismus. Mal ist die Lust gesäuselt wie ein Windhauch, mal heftig und intensiv wie ein Orkan. Mache die Liebe, Lust und Leidenschaft zu deinem Kompass. Liebe das Leben und lebe die Liebe: genuss- und lustvoll. 

 

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