Aktionen

Mit unseren Aktionen, die meist im öffentlichen Raum positioniert sind, versuchen wir im allgemeinen Alltagstrott ein Zeichen zu setzen. Zum Teil sind es harmlose oder humorvolle Interventionen, zum Teil knüpfen sie an die Tradition einer politischen Aktionskunst an.  Unsere Spuren hinterlassen wir sowohl öffentlich als auch versteckt.

Brief an den NRW-Ministerpräsident Laschet im September 2018

 

Guten Tag Herr Laschet,

sicherlich werden im Zusammenhang mit der naturverachtenden Liquidierung des Hambacher Waldes momentan viele aufgebrachte Briefe bei Ihnen eintreffen. Wir bezweifeln, dass Sie diese lesen werden. Vor einiger Zeit war ich (AI) dienstlich bei einem Parteikollegen von Ihnen in Berlin. Angesprochen auf die zu jenem Zeitpunkt ablaufenden Proteste gegen TTIP antwortete der Parteifunktionär in meinem Beisein: „Man kann nicht auf all das hören, was der Mob dort draußen schreit.“ Was für eine entsetzliche Arroganz! Sieht auch Ihr demokratisches Verständnis so aus?

Dass die CDU nun Verantwortung für die Entfernung des uralten Hambacher Waldes aus Profitgier eines politisch übergeordneten Industriegiganten übernimmt, verwundert nicht weiter. Die Christdemokraten waren nie eine Partei, denen Klima- und Umweltschutz im umfassenden Maße wichtig sind. Die Art und Weise, wie sich lokale CDU-Strategen, die Angst vor ihrem eigenen Schatten haben, über Umweltschützer echauffieren, belustigen und verunglimpfen, hat beängstigende Ausmaße. Beschämend und bedenklich in einer Zeit, in der Umwelt- und Klimaschutz wichtige Targets der Politik - JEDER Politik - sein sollten.

Wenn also Ihr Handeln uns nicht verwundert, warum schreiben wir Ihnen dann? Wir haben sehr viel recherchiert und festgestellt, wie verwoben vor allem die CDU u.a. mit der RWE ist. Ich denke, Sie kennen die finanzielle Abhängigkeit von der Lobbykratie wie z.B. im Fall von Herrn Golland sehr wohl. Mir liegen Papiere vor, auf denen z.B. unzählige Landräte auf einer Gehaltsliste der RWE zu finden sind. „Im Jahr 2004 wurde bekannt, dass RWE die Gehälter von über 100 Kommunalpolitiken aufstockte und dafür insgesamt 600.00 Euro jährlich aufwendete (aus Lobbypedia). Lobbypedia). Das hat sich bis heute kaum geändert, verläuft nur in einem versteckteren Rahmen.

Für uns haben Parteien, die in einem finanziellen Abhängigkeitsverhältnis zur Industrie und anderen Institutionen stehen, keine demokratische Legitimität. Die CDU in NRW, aber auch andere Parteien lassen sich von dem Energieriesen RWE kaufen, um so profitorientierte Vorgänge, wie z.B. das Abholzen eines Waldes ohne Rücksicht auf Verluste durchführen zu können. Was für eine schändliche und verabscheuungswürdige Handlung. In einem Fernseh-/Radioauftritt sagten Sie sinngemäß, lediglich einen rechtlich abgestimmten Prozess durch-/auszuführen. Ich hege große Bedenken, dass es sich um einen rechtlichen Prozess handelt. Auch Wackersdorf oder Gorleben, bei denen es große Parallelen zur Vernichtung des Hambacher Waldes gibt, haben gezeigt, dass es zu keinem Moment um das Wohl der Menschen ging, sondern lediglich um kapitalistische Bestrebungen.

Die beiden Beispiele liegen in der Vergangenheit, so dass man sie mit dem Blick von heute analysieren kann, während das Vorgehen im Hambacher Wald ein schwelender Prozess ist. Auch damals haben die Minister und zuständigen Politiker Unwahrheiten gesagt, Verstrickungen mit der Industrie abgelehnt, mögliche Gefahren (damals zur Radioaktivität) verharmlost, Gegner kriminalisiert und die Polizei genutzt, um den Widerstand mit äußerster Aggression niederzuschlagen. Und selbst die obersten Gerichte wurden instrumentalisiert, um Gesetze zum Wohl der Machthabenden auszuhebeln. Wie man heute sieht: Alles vergeblich!

Wir zitieren Ihren Innenminister Reul: „Diese selbst ernannten Umweltschützer wollen nicht Bäume retten, sondern den Staat abschaffen“. Mal abgesehen davon, dass wir nicht wissen, wer außer uns selbst uns zum Umweltschützer ernennen sollte, möchten wir unseren Brief mit einer Replik beenden: Nein, wir wollen nicht den Staat abschaffen, sondern wir möchten einen Systemwechsel, in dem eine ferngesteuerte Politik nicht mehr vorgesehen ist. Wir waren nie Anhänger einer Partei, aber Politiker wie Sie bestätigen uns, dass eine menschenwürdige Politik offenbar ausschließlich in außerparlamentarischen Prozessen eine Chance besitzt. Traurig und erschreckend!

Wir möchten Sie bitten, das irrsinnige Treiben im Hambacher Wald durch Politik, Wirtschaft und Polizei zu stoppen. Zeigen Sie Rückgrat! Menschen, die ihre Seele verkauft haben, gibt es in der Politik schon genug.

Mit freundlichem Gruß

Marion und Arnold Illhardt

Brief an das türkische Generalkonsulat

Protest gegen das Willkürsystem von Erdogan

Sehr geehrte Damen und Herren,


seit vielen Jahren beobachten wir mit Trauer, Fassungslosigkeit, aber auch Wut die Entwicklungen in der Türkei. Gerne hätten wir das Land bereist, aber es war uns auch schon vor Erdogan nicht möglich, Gast in einem Land zu sein, in dem früher Kurden, jetzt alle möglichen Menschen verfolgt, eingesperrt, unterdrückt, gefoltert oder getötet werden, die auch nur im weitesten Sinne der Staatsmeinung, also der Meinung von Erdogan nicht entsprechen. Gerne brüsten sich die türkischen Menschenbeherrscher damit, demokratisch zu sein. Tut uns leid, wir sehen dort Demokratie nicht einmal in homöopathischen Dosen. Das was wir momentan wahrnehmen ist eine Willkürherrschaft von wenigen Machtbesessenen. Eine solche Staatsform wird in der Politologie auch als Despotie oder Diktatur bezeichnet.


Momentan sitzen viele kritische Zeitgenossen in türkischen Gefängnissen. Wir müssen die Namen nicht aufzählen; Sie werden selbst die Namen der Menschen kennen, die mundtot gemacht werden sollen. Die Personen sitzen dort, weil sie z.B. journalistisch, wenn auch in kritischer Form tätig waren. Sie werfen ihnen Terrorismus vor. Es gibt allerdings keinerlei Gerichtsverfahren, mit denen die Vorwürfe untersucht und damit erhärtet werden. Ein Staat, der einfach Menschen einsperrt, die ihre Meinung sagen, ist in unseren Augen eine antidemokratische Katastrophe, ein Konglomerat aus Unvermögen, Erbarmungslosigkeit, Willkür, Dreistigkeit und sozialer Inkompetenz. Manche Reaktionen wirken geradezu infantil; von Staatsmännern oder –frauen erwarten wir Gesetzmäßigkeit, Gerechtigkeit und verantwortungsbewusste Gelassenheit.


Bei unserem Zeitungskiosk gegenüber haben irgendwelche Idioten einen Gullideckel ins Schaufenster geworfen. Eine üble und unsinnige Tat. Ein türkisches Regierungsvorgehen wäre nun, alle Menschen einzusperren und zu bestrafen, die im Zeitraum der Tat über die Straße gegangen sind oder Gullideckel herstellen. Wäre das nicht Unfug?


Natürlich gibt es auch hier in Deutschland ähnliche Tendenzen; dass jetzt beim G20-Gipfel Journalisten grundlos diskreditiert wurden, ist ein politisches Desaster. Doch schreiben wir nicht als Deutsche, sondern als Menschen, als Weltbürger. Auch wenn es nur ein Tropfen auf den heißen Stein ist, ist es uns ein wichtiges Anliegen, Ihnen als Vertreter des türkischen Generalkonsulats unsere Empörung mitzuteilen. Als Menschen, die gerne reisen, um Land und Kultur kennenzulernen, werden wir auch weiter die Türkei boykottieren und diese Haltung in den sozialen Netzwerken vertreten. Es tut uns leid, um die Gastronomen, die eine weltoffene Gesinnung haben und Erdogan ablehnen, aber wir würden es psychisch nicht ertragen können, in einem ehrlichen türkischen Hotel zu leben und zu wissen, dass vielleicht nebenan gefoltert, Andersdenkende unterdrückt, eingesperrt oder gar getötet werden.

 

Spätestens nach diesem Brief an Sie, würden vermutlich auch wir an der Grenze oder am Flughafen festgesetzt und eingesperrt werden. Allein der Gedanke zeigt den Irrsinn auf, wie Menschen agieren, die mit zu viel Macht ausgestattet sind. Wir lehnen jegliche Macht ab und plädieren für eine Welt für, nicht gegen die Menschen.


Mit freundlichen Grüßen
Arnold und Marion Illhardt

Email an die amerikansiche Botschaft

Protest gegen den Trumpismus

"Selber Denken"

Tafel am großen Wehr in Telgte

Das Holzschild mit der Aufschrift "Selber Denken" zierte einige Monate das Telgter Emswehr, bis man es beseitigte. Mit der Aktion sollte vor allem auf den Umstand aufmerksam gemacht werden, dass unser Denken immer mehr durch Medien, politische und wirtschaftliche Strukturen geprägt wird, ohne von uns infrage gestellt zu werden.

Schild Bahnof Telgte Foto A. Illhardt) Schild Bahnof Telgte (Foto A. Illhardt)

Bürger hängt falsches Schild im Bahnhof auf

 

Von Andreas Große Hüttmann in der WN, 10.10.2014

 

„Eine Bahnhofstoilette existiert aus hygienischen Gründen nicht. Die eingesparten Kosten wirken sich selbstredend auf die Vergünstigung der Fahrpreise aus“, heißt es auf einem Schild, das im Wartesaal des Bahnhofs hängt. Doch was, nicht zuletzt dank des DB-Logos, offiziell aussieht, ist ein Gag von Arnold Illhardt. Der Querdenker aus Telgte hat dieses „Aktiönchen“ ausgebrütet.

 

„Wer das Schild aufmerksam liest wird feststellen, dass beide Sätze im Grunde völliger Nonsens sind“, sagt der Diplom-Psychologe.

Für ihn hat das Ganze in erster Linie einen provokativen Faktor: „Meines Erachtens macht der überwiegende Teil der Schilder keinen Sinn. Wie Untersuchungen der Wahrnehmungspsychologie zeigen, achten die wenigsten auf Schilder, vor allem dann nicht, wenn es davon nur so wimmelt. Daher sind auch viele Straßenschilder effektlos“, sagt er.

Sein „Lieblingsschild“ in Telgte hängt am Jugendzentrum: Dort weise ein Schild über dem Parkverbot darauf hin, dass Krankenwagen dort parken dürften. Er habe bereits mehrere Schilderaktionen „verzapft“, gibt er in diesem Zusammenhang zu.

Für Illhardt hat das Schild aber auch eine stadtpolitische Dimension: „Ein Bahnhof ist der Flur einer Stadt. Traurig wenn dort nicht wie früher eine Toilette existiert“, sagt er.

Außerdem kritisiere er damit auch die hohen Fahrpreise. „Hin und zurück nach Warendorf kostet für zwei Personen 17 Euro. Da überlegt man künftig doch, wieder das Auto zu nehmen. Jeder Mist wird subventioniert, warum nicht die Bahntickets? Wie viele Menschen würden vielleicht umschwenken, wenn es billiger wäre, den Zug zu nehmen?“, gibt er zu bedenken.

Politische Krippe 2014

Politische Krippe ('Foto A. Illhardt) Politische Krippe ('Foto A. Illhardt)

Über Weihnachten 2014 im KulturKasten an der Herrenstraße – Unsere Antwort auf Pegida und andere ausländerfeindliche Strömungen: „Ich habe keine Angst vor Ausländern und Asylbewerbern. Ich habe Angst davor, eines Tages ohne sie in diesem Land leben zu müssen.“

Lebensvorschrift

Schild Leben (Foto A. Illhardt) Schild Leben (Foto A. Illhardt)

Dieses Schild hing einige Zeit in der Herrenstraße Telgte, verschwand dann nach einigen Wochen spurlos!

Dieser Weihnachtsbaum schaffte es ebenfalls in die hiesige Presse. Auch dort mutmaßte man über die Aufschrift " es wird höchste Zeit". Für kurze Zeit klingelten die Wecker sogar, um die Passanten aufmerksam zu machen.

Anlässlich der Ausstellung der Trash-People von HA Schult wurde die in der Ems schwimmende Skulptur "Paul" neu eingekleidet. Manche Besucher glaubten, Paul gehöre zur Ausstellung!

Druckversion Druckversion | Sitemap
© FARASAN